Josephine Schön

Marketing Director// Mallorca 2020

Es war einmal auf Mallorca, 6 Zwergen und 3 Riesen wandern in dem Wald und suchen nach einem Schatz…

Eigentlich war es eine kalte Dusche. Ich las dieses 360° Feedback-Blatt und dachte: „What the fuck!“. Wie hässlich mag ich manchen erscheinen. Und klar, die fiesesten Wörter blieben hängen. Kaltgeduscht, eben. Ich lief weiter in diesen Wäldern, manchmal allein, manchmal mit einem Partner, Laura, Jan und Jochen waren da. Ich hörte zu, ging auf den anderen zu und lernte persönliche Geschichten. Dennoch beschäftigte mich diese kalte Dusche, dieses negative, so negative Feedback. Es wurde zu einem Elefanten in meinem Rucksack.

So weit, so gut, die Riesen gaben uns eine neue Aufgabe: „Sucht Euch ein Gegenstand, was für Euch den Tag zusammenfasst“. Dabei war bei meinem 360° Feedback mir doch das wichtigste bereits gegeben worden: lächeln, lachen. Also wurde es ein Smiley-Blatt.

Abend, müde, erschöpft in diesem Refugium- übrigens ein sinnschwangeres Wort- das Refugium von 6 Zwergen und 3 Riesen. OK, die Nacht war kein Schleckermaus. Beim Anblick der 18-Betten-Zimmer fühlte ich mich für nur 3 Sekunden, 30 Jahren jünger. Das Ewige-Licht, die Laute der schlafenden Menschen, meine Kopfschmerzen haben für eine unruhige Nacht gesorgt.

Der zweite Tag startete. Dieser Blick auf die Bergen; der blaue Himmel; der Wind, der einem ein Leichtigkeitsgefühl schenkt; die Sonne, die Wärme spendete. Der Tag war mit Aufstieg gekennzeichnet, in den Bergen, immer höher. Es war anstrengend, viel geschwitzt, viel geflucht. Ich spürte den Drang die Sonne und deren Wärme zu spüren, den Drang zu meiner Familie zurückzukehren, mit den zu tanzen, zu lieben. Es war so klar, es schrie aus mir heraus. Die Tränen kamen, meine Trauer auch mit […]. Trauer ist ein Teil von mir und wird es bleiben. Ich möchte wieder Lebensfreude erfahren, Narben hin oder her.

Dann kam wieder dieses 360° Feedback. Eigentlich wollte ich das nicht. Ich spürte in mir eine Abneigung. „Sollen die 3 Riesen dieses für sich behalten“. Ich hatte Angst. Angst, den Elefanten wiederzutreffen. Es kam nicht, nicht dabei. Es wurde eine wunderbare warme Dusche, aus Goldregen, ganz sanft und so wohltuend. So viele schöne, nette, dankbare Worte.

Am nächsten Tag, kaputter, rechter Knie, Blase am Fuß, Ibuprofen und Voltaren-Creme, es geht los. Leichter Regen. Ich fühle mich gut umgeben… von 9 Riesen, die mir wohlgesonnen sind. Bereit für den letzten Teil der Reise.

Ich habe geweint, getrauert, habe gespürt, wurde berührt. Ich habe um Verzeihung gebeten. Ich habe vieles neues entdeckt, wieder begegnet. Ich bin bereit für die Reise in meiner Zukunft. Ich liebe Menschen zu führen, Menschen zu entwickeln, Ihnen dabei helfen. Ich bin eine gute Strategin und habe viel Freude daran, den Menschen eine Richtung zu zeigen. Ich freue mich mit Ihnen gemeinsam etwas aufzubauen, erfolgreich zu sein. Das weiß ich.

Ich weiß aber auch, oder spüre, dass ich den Hardliner in mir mit Herz begegnen muss. Ich möchte die anderen ohne Wertung, ohne Urteile begegnen, mich denen eröffnen. Wie? Weiß ich nicht. Es wird sich zeigen. Ich habe erlebt, wie Natur mir guttut: dieser steinige Weg zu gehen; diese Stille, die Weite; dieses Gefühl lebendig zu sein. Dies will ich wiederhaben.

Sie wartet auch mich, die gelassene, ruhige zufriedene Josephine. Sie gab mir eine goldene Kugel, damit ich die Orientierung behalte. Und sie sagte:
„Es wird alles gut…“